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Gut Adolphshof - Landwirtschaft · Sozialtherapie · Bildung

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Die Sozialtherapie trauert um Ihren Kollegen Wolfgang Schulz

 

Wolfgang Schulz ist in den frühen Morgenstunden des 1. Dezembers 2018  nach  schwerer Krankheit plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren verstorben.

Wolfgang Schulz war seit 2001 zunächst als Verwaltungsleiter, bis zu seinem Tod auch als Geschäftsführer und Werkstattleiter innerhalb der Gut Adolphshof-Sozialtherapie tätig.

Er hinterläßt eine Frau und sechs Kinder.

 

Geboren am 07.01.1961 in Großburgwedel, legte er 1980 das Abitur ab. Sein bestes Fach war Musik.

Nach verschiedenen Praktika auf landwirtschaftlichen Höfen und zwei Jahren Studium der Geographie absolvierte er von 1983 bis 1987 die „Berufslehre für Bäuerinnen und Bauern der biologisch dynamischen Landwirtschaft“. Im Anschluss studierte er Gartenbauwissenschaften an der Universität Hannover und erlangte dort 1993 den Abschluss als Diplom - Agraringenieur.

Nach einer Station im Naturkostgroßhandel sowie Unterrichtstätigkeit und Projektberatung an der Waldorfschule Bothfeld führte er für etwa vier Jahre gemeinsam mit seiner Frau Ursula ein eigenes Naturkostfachgeschäft in der Wedemark.

Im Februar 2001 begann er seine Tätigkeit als Verwaltungsleiter der „Sozialtherapeutischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft e. V.“ auf dem Adolphshof. Mit Umwandlung in die Gut Adolphshof-Sozialtherapie gemeinnützige GmbH in 2008 wurde er zudem Geschäftsführer und ab 2010 auch Leiter der „Werkstätten Adolphshof für behinderte Menschen“.

In seinen Tätigkeiten zeichnete er sich durch seine Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit sowie durch seinen ausgeprägten  Gerechtigkeitssinn aus. Unordnung war ihm ein Graus. So wie  im persönlichen Auftreten bescheiden, war er in finanziellen Angelegenheiten sparsam. Seine Zahlen stimmten immer. In den ersten Jahren war er beim Christgeburtsspiel  für die Klavierbegleitung zuständig. In den vergangenen Jahren hat er die letzte Etappe seines Arbeitsweges konsequent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Wenn ihm seine Behinderung körperliches Leid verursachte, hat er sich dies nie anmerken lassen, er hat sich nie geschont. Er war immer ein Kämpfer.

Mit der Tätigkeit als Werkstattleiter übernahm er vermehrt auch Aufgaben in der Vertretung der Sozialtherapie nach außen, sei es im Paritätischen, auf den verschiedenen Ebenen der Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten sowie den entsprechenden Gremien des Anthropoi Bundesverbandes. Von Anfang an wirkte er im Arbeitskreis der Geschäftsführer in der Region Nord mit und engagierte sich in der „Wirtschaftsinitiative Nord“, in der sich anthroposophische Einrichtungen im Norden zusammengeschlossen haben, um sich auch in wirtschaftlichen Fragen zu unterstützen.

Wolfgang Schulz hat sich all die Jahre maßgeblich und nachdrücklich für das Gedeihen der Sozialtherapie im Allgemeinen sowie für das Wohl der Menschen mit Assistenzbedarf im Besonderen eingesetzt. Ohne ihn wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Unter seiner Leitung konnten sich die einzelnen Werkstattbereiche zu dem Aushängeschild entwickeln, dass sie heute sind. Mit der Fertigstellung der Gartenwerkstatt hat auch „sein“ Verwaltungsbereich eine angemessene Umbauung erhalten. Unvergessen die Jahre, in denen die Verwaltung auf wenigen Quadratmetern im Container „untergebracht“ war.

So wie Wolfgang Schulz sein Leben auf Erden kämpferisch gemeistert hat, wird er jetzt „unbeschwert“ wirken können. Und da wo im Irdischen Verbindungen entstanden und gepflegt wurden, bleiben diese Bande bestehen.

Jens Borgmann