Wie funktioniert die Solidarische Landwirtschaft Gut Adolphshof?

„Liebe Mitlandwirte“, so beginnt das wöchentliche Schreiben an uns aktuell über 200 Menschen, die wir bei der Solidarischen Landwirtschaft vom Adolphshof mitmachen.

Wir nennen uns Mitlandwirte, weil wir gemeinsam mit den Landwirten eine besondere Form der regionalen ökologischen Landwirtschaft ermöglichen. Gemeinsam und solidarisch kümmern wir uns um die Belange des Hofes und sorgen für ein von allen getragenes, transparentes und nachhaltiges Wirtschaften.

Anstatt für jedes einzelne Produkt zu zahlen, unterstützen wir den Hof mit einem monatlich zu entrichtenden Beitrag. Dieser wird einmal im Jahr gemeinschaftlich mit den Landwirten festgelegt – und zwar bevor alle wissen, wie gut oder schlecht die Ernte ausfallen wird.

In der Regel wird donnerstags oder freitags die wöchentliche Ernte an die derzeit dreizehn Verteilerstationen, die sogenannten Depots, geliefert.

Aktuell sind folgende Depots in Planung: Kleefeld, Linden II.

Wir Mitlandwirte können eigenständig und zu jeder im Depot vorabgestimmten Tageszeit die Produkte entsprechend unseren individuellen „Ernteanteilen“ wöchentlich entnehmen.

Ein Ernteanteil ist in etwa der Lebensmittelmenge äquivalent, die ein erwachsener Mensch im Jahr für seine Ernährung benötigt. Der Adolphshof kann insgesamt rund 500 Menschen versorgen. Wir haben also noch Platz für neue Mitlandwirte.

In der wöchentlichen Lieferung gibt es für jeden Ernteanteil zwei bis drei Kilo Gemüse, ein Kilo Kartoffeln, vier Eier, ein Brot sowie Milchprodukte (in Form von Vollmilch, Joghurt, Quark, Frischkäse, Weichkäse und Hartkäse) sowie  600 g Fleisch (14-tägig) und 300 g Wurst. Die Angebotsvielfalt und -menge richtet sich insbesondere bei Gemüse nach den Jahreszeiten, den Witterungsbedingungen und sonstigen Gegebenheiten auf dem Hof. Für Vegetarier gibt es eine Variante ohne Fleisch und Wurst. Bei beiden Varianten ist es möglich, die Menge auf einen halben Ernteanteil zu reduzieren.

Neben diesem „Teilen der Ernte“ gibt es viele weitere Möglichkeiten, sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen. Der Hof organisiert Aktionstage, bei denen sich die Mitlandwirte kennenlernen, sich austauschen und auf dem Hof konkret an verschiedenen Stellen mitarbeiten können.

Eine Mithilfe im Garten, auf der Streuobstwiese oder bei der Ziegenherde ist willkommen. Diese freiwilligen Arbeitseinsätze fördern ganz enorm das Gemeinschaftsgefühl und die Verbundenheit mit dem Projekt. Auf diese Weise bekommen wir wieder ein Gefühl dafür, wo und wie die Möhre oder der Kohl gewachsen ist und warum eine Ernte auch einmal schlechter ausfallen kann.